„Global Health Hub Germany“ stärkt Meinungsführerschaft der Industrie in der Globalen Gesundheit

„Das neue vom BMG initiierte Netzwerk für Globale Gesundheit verstärkt den Einfluss privater Akteure und treibt die Entdemokratisierung im Bereich Globale Gesundheit voran“, kommentiert Sylvia Gabelmann, Mitglied im Unterausschuss für Globale Gesundheit für die Fraktion DIE LINKE, die feierliche Eröffnung des „Global Health Hub Germany“ in Berlin durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstagabend.

„Schon während der Aufbauphase, die bis Ende 2018 lief, dominierten Unternehmerverbände wie die ‚German Healthcare Partnership‘, eine Initiative des BDI, und sogenannte Philanthropen wie die ‚Bill and Melinda Gates Stiftung‘ oder der ‚Wellcome Trust‘ das Geschehen. NGOs dagegen wurden lange nicht in Kenntnis gesetzt. Es fehlt außerdem an der Benennung konkreter politischer Ziele, mit denen das völkerrechtlich verbriefte Recht auf umfassende Gesundheit für alle Menschen 70 Jahre nach Gründung der WHO durchgesetzt werden kann“, moniert Gabelmann weiter.

Eva-Maria Schreiber, Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, sieht ebenso „die Gefahr einer weiteren Durchsetzung der gesundheitsbezogenen deutschen Entwicklungspolitik durch private Interessen“:

„Nach drei Jahren Anschubfinanzierung mit einer Million Euro pro Jahr durch das BMG sollen Stakeholder die Finanzierung des Hubs, dessen Arbeitsschwerpunkte lange nebulös blieben, übernehmen. Nun schlug Jens Spahn vor, dass sich der ‚Global Health Hub‘ einstweilen um die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen und die Verbesserung von Gesundheit durch digitale Lösungen kümmern solle. Das klingt zunächst gut, greift jedoch zu kurz. Viele Krankheiten und Gesundheitskrisen weltweit treten armutsbedingt auf und sind mit Bildungsferne und Unterentwicklung verbunden. Ohne die Berücksichtigung sozialer, politischer und wirtschaftlicher Einflussfaktoren wird sich der Gesundheitszustand der Menschen nicht nachhaltig verbessern“. Nötig dafür sei „ein ganzheitlicher Ansatz im Rahmen der gleichwertigen Umsetzung aller UN-Entwicklungsziele der Agenda 2030“, schlussfolgert Schreiber.

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